„Alles nur, weil sie Christen waren”

Ausstellung ChristenverfolgungNeue Ausstellung an der Max-Planck-Realschule befasst sich mit dem Thema Christenverfolgung

REALSCHÜLER der zehnten Klasse haben sich intensiv mit dem Ausstellungsthema befasst und ihre Recherchen bei der Eröffnung vorgetragen

Bretten. Eindringlich blickt das gezeichnete Gesicht einer älteren Asiatin von der Plakatwand. Davor steht Lisa, Schülerin der Brettener Max-Planck-Realschule, und berichtet vom tragischen Schicksal der 71-jährigen Hea Woo aus Nordkorea. In ihrem Heimatland ist sie verfolgt worden, wurde eingesperrt und gefoltert. Ihr Mann und ihre Tochter starben an den Qualen der Straflager. Das alles nur, weil sie Christen waren. Die Christenverfolgung ist ein Thema, mit dem die meisten wohl unwillkürlich in römischen Amphitheatern von brüllenden Löwen zerrissene frühchristliche Märtyrer verbinden. Die Verfolgung von Christen aber im 21. Jahrhundert? Undenkbar oder doch zumindest schwer vorstellbar Und dennoch sprachen die katholischen Religionsschüler der MPR nach ihrer Recherchearbeit von der „historisch schlimmsten Christenverfolgung seit der Antike“.
Um sich solidarisch gegenüber ihren Glaubensbrüdern und -schwestern zu zeigen, „um etwas gegen das lähmende Schweigen zu tun“, hatten die Zehntklässler ins Foyer der MPR geladen und zeigten dort bei der Ausstellungseröffnung die Ergebnisse ihrer mehrmonatigen Arbeit. Auslöser war der Besuch ihres Religionslehrers und Schulleiters Martin Knecht auf einer Demonstration für verfolgte Christen gewesen. „Das hat mich tief bewegt und ich erzählte meiner Klasse davon.“ Von ihnen sei dann der spontane Impuls gekommen, „etwas dagegen zu machen“. So wurde Material gesammelt, gründliche Recherche betrieben und zu zweit ein entsprechendes Thema bearbeitet. Eine Ausstellung hatte man zunächst nicht im Sinn gehabt. „Doch ich bemerkte das große Interesse, ich spürte das Kribbeln im Kurs“, lobt Knecht den Eifer seiner Zehntklässler. „Das sind einfach super Leute!“
Richtig los ging es dann zum Schuljahresbeginn: Obwohl es sich „nur“ um ein zweistündiges Nebenfach handelt, wurde viel Arbeit in das Projekt gesteckt. Die Organisation musste angeleiert, Stellwände und Flugblätter in Auftrag gegeben, Redemanuskripte verfasst und Einladungen geschrieben werden.
Dann war es endlich so weit und im Foyer der MPR sammelten sich zahlreiche Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft sowie von Menschenrechtsorganisationen. „Unser Ziel war es, uns aus der großen Materialfülle grundlegende Inhalte anzueignen und das eigene Produkt dann verständlich und ansprechend zu präsentieren“, führte Nina in die Ausstellung „Verfolgte Christen – um Gottes willen!“ ein. So informierten rund 20 Schautafeln nicht nur über das weltweite Ausmaß der Christenverfolgungen, die Zehntklässler stellten ihr jeweiliges Schwerpunktthema mündlich vor und brachten damit „unsere eigene Betroffenheit“ zum Ausdruck. In der durch Musik und Verpflegung bereicherten Ausstellungseröffnung erfuhren die Gäste viel Tragisches und nachdenklich Stimmendes zur Situation von Christen außerhalb des behüteten Mitteleuropas. „Betet für uns und berichtet der Welt von unserem Schicksal“, trugen Schülerinnen einen Gedankensplitter von vielen der Verfolgten vor.

BNN 01.12.2014

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