Die 10. Klassen der MPR Bretten besuchen das KZ Struthof und den Soldatenfriedhof Niederbronn-les-bains

NIE WIEDER!

„Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng (…)“

Diese ersten Verse von Paul Celans ‚Todesfuge‘ klingen den Schülerinnen und Schüler aller Abschlussklassen noch im Ohr, als wir am 27.11.2019 das Eingangstor des ehemaligen Konzentrationslagers in Struthof in den Vogesen erreichen.

Kalter Wind und Regen begrüßen uns in dem berüchtigten Lager auf 800m Höhe, in dem über 20.000 Menschen ihr Leben verloren.

„Wenn man nicht wüsste, dass hier so viel Unmenschliches geschehen ist, könnte man fast glauben, dass das hier ein Ferienlager ist“, meint Gabrijel, ein Schüler aus der 10c. Aber der Blick auf Stacheldraht, Wachtürme, Krematorium und nicht zuletzt auf den Galgen, der drohend auf dem Appellplatz steht, holt einen schnell in die grausame Realität des Ortes zurück.

Die Dame, die uns durchs Lager führt, bringt den Schülerinnen und Schüler den unerträglichen Alltag der Inhaftierten nahe und berührt v.a. mit ihren Ausführungen zu den Versuchen, die an Menschen durchgeführt wurden. Willkür war an der Tagesordnung. Wir verlassen nach gut zwei Stunden den Ort, der für viele Menschen vor fast 80 Jahren die Hölle in den Vogesen war und fahren auf den Soldatenfriedhof nach Niederbronn-les-bains, auf dem über 15.000 deutsche Soldaten aus dem II. Weltkrieg begraben sind.

„La guerre ne connaît pas de héros“ („Der Krieg kennt keine Helden“), mit diesen Worten begrüßt uns der Leiter der Internationalen Begegnungsstätte Albert Schweitzer, Herr Klein. Sehr eindrücklich schildert er, wie nahe menschliches Handeln, Empathie und menschliche Abgründe beieinander liegen. Er führt uns über den gepflegten Friedhof mit seinen 3750 Betonsteinen und stilisierten Kreuzen. Auf jedem zwei Namen, auf jeder Seite. Auf einzelne Schicksale geht er näher ein, besonders traurig stimmt uns jenes zweier 19-jähriger Brüder, die Zwillinge waren und am gleichen Tag gefallen sind. Zum Schluss zeigt uns Herr Klein noch das Grab des Gefreiten Waigel, dem Bruder des Finanzministers in der Ära Kohl und Mitbegründer des Euros, Theo Waigel.

„Warum wart ihr in Struthof, warum seid ihr jetzt hier?“, fragt Herr Klein die Schülerinnen und Schüler zum Schluss. „Dass so etwas nie wieder passiert!“, erhält er als Antwort.

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