Max Planck

„Wer es einmal so weit gebracht hat, dass er nicht mehr irrt, der hat auch zu arbeiten aufgehört.“

 – Max Planck –

Biografie

Als Kind spielte Max mit seinen Geschwistern oft Krocket, las Romane von Sir Walter Scott und übte sich im Tontaubenschießen. In der Planck’schen Villa wurde

regelmäßig musiziert. Max Klavierspiel diente ihm auch später nicht nur zur Entspannung und als ausgleichende Erholung von seiner wissenschaftlichen Arbeit, sondern die Musik stellte in seinem Leben ein Bereich dar, in dem er seinen Geist frei entfalten konnte. Als Schüler erbrachte er überdurchschnittliche Leistungen in Deutsch, Mathematik, Geschichte, Musik und in Fremdsprachen. In der Physik, für die er nach eigener Überzeugung kein außerordentliches Talent besaß, und anderen geistigen

Tätigkeiten erzielte er seine Erfolge dadurch, dass er sich intensiv mit dem jeweiligen Themengebiet auseinander setzte und seine Gedanken in Ruhe reifen ließ. Max Planck war äußerst fleißig, pflichtbewusst gegenüber den Einrichtungen der deutschen Wissenschaft, ehrlich und trotz seiner wissenschaftlichen Erfolge bescheiden. Mit seinem Optimismus und seiner ruhigen Art gab er seinen

Zeitgenossen Mut und Hoffnung. Seine humanistische Haltung und sein Glaube an die Weltordnung Gottes gab ihm Halt und Beständigkeit auf seinem Lebensweg, bestärkte ihn in seiner Forschung und ließ ihn Konflikte und Aufgaben seines Lebens bewältigen.

Biographische Daten:

1867 Umzug der Familie nach München
1874 Abitur am Maximiliansgymnasium und Beginn des Physikstudiums an der Universität München
1879 Promotion über den „2. Hauptsatz der mechanischen Wärmetheorie“ an der Universität Berlin
1880 Nach seiner Habilitation über „Gleichgewichtszustände isotroper Körper in verschiedenen Temperaturen“ arbeitet er als Privatdozent in München.
1885 Planck wird als außerordentlicher Professor für theoretische Physik nach Kiel berufen.
1886 Heirat mit Marie Merck. Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor, von denen später nur der jüngere Sohn Erwin als Kriegsgefangener in Frankreich den 1. Weltkrieg über längere Zeit hinweg überlebte.
1889 Wechsel als Extraordinarius nach Berlin.
1892 Planck erhält den Lehrstuhl für theoretische Physik in Berlin.
1894 Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.
1905-1909 Planck ist Vorsitzender der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.
1909 Tod seiner Ehefrau
1910 Heirat mit Marga von Hoeßlin, einer Nichte seiner verstorbenen Frau.
1912-1938 Planck ist einer der zwei beständigen Sekretäre der physikalischmathematischen Klasse an der Preußischen Akademie und besetzt damit eine der einflussreichsten Stellen in der Wissenschaftsverwaltung
Deutschlands.
1913 Max Planck wird Rektor der Berliner Universität.
1915 Verleihung des Ordens „Pour le Mérité“ für Wissenschaften und Künste.
1915/16 Planck hat wieder den Vorsitz der Deutschen Physikalischen Gesellschaft inne.
1918 Für die Begründung der Quantentheorie erhält Planck den Nobelpreis für Physik.
1926 Emeritierung
1929 Die Deutsche Physikalische Gesellschaft verleiht aus Anlass des Goldenen Doktorjubiläums von Max Planck die Planck-Medaille an die beiden ersten Preisträger Max Planck und Albert Einstein.
1930-1937 Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der
Wissenschaften. Planck versucht 1933 durch Intervention bei Adolf Hitler jüdische Wissenschaftler vor dem Zugriff der SA/SS zu bewahren, was ihm jedoch nicht gelang.
1935 Max Planck organisiert trotz offizieller Verbote eine Gedenkfeier für seinen im Exil verstorbenen jüdischen Kollegen Fritz Haber.
1944 Plancks Sohn Erwin wird, da er zum Kreis von Carl Friedrich Goerdeler gehörte, der Mittäterschaft an dem Attentat gegen Hitler für schuldig erklärt und hingerichtet.
1945 Er zieht nach Göttingen und wird Präsident der „Max-Planck Gesellschaft“ (vormals „Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft).

Seine wissenschaftlichen Leistungen:

Max Planck erforschte die Wechselwirkung von Atomen, Molekülen und Elementarteilchen und stellte die Theorie auf, dass Energie nicht stetig in jeder beliebigen Größe, sondern nur stoßweise in bestimmten Quanten (Energieelementen) abgestrahlt wird. Bei der Weiterentwicklung dieser Theorie entdeckte er 1899 eine für die gesamte Mikrophysik bedeutungsvolle universelle Naturkonstante, die als „Plancksches Wirkungsquantum“ bekannt wurde. Das Plancksche Wirkungsquantum (h) ist eine Konstante mit dem unvorstellbar kleinen Wert von 6,625 • 10-34 Joule-Sekunden. Es hat demnach die Dimension einer

Wirkung von Energie mal Zeit. Mit Hilfe dieser Konstante konnte Planck beschreiben, wie die unterschiedlichen Farben eines glühenden Körpers zustande kommen. Eisen leuchtet mit zunehmender Temperatur zuerst rot, dann weiß und schließlich blau.

Die Atome eines glühenden Körpers geben Energie in Lichtquanten (oder Lichtteilchen) ab. Anstatt von Quanten zu sprechen, kann man sich das ausgesandte Licht auch als Welle vorstellen. Experimente haben gezeigt: Die Energie (E) eines Lichtquants hängt von seiner Frequenz (f) ab. Je höher die Frequenz, umso größer ist die Energie. Unterschiedliche Frequenzen werden wiederum vom Auge als verschiedene Farben wahrgenommen. Die Plancksche Konstante (h) ist gleichzeitig der Proportionalitätsfaktor in der Beziehung E = h • f. Aus diesen Ergebnissen leitete er 1900 das „Plancksche Strahlungsgesetz“ ab. Dieses beschreibt die Ausstrahlung elektromagnetischer Energie durch einen schwarzen Körper in Abhängigkeit von der Temperatur des Körpers und der Wellenlänge der Strahlung.

Max Plancks Annahme der Quantelung der Strahlungsenergie gab den Anstoß zur Entwicklung der Quantentheorie, die ab 1911 mit weitergehenden Deutungen von Albert Einstein und dem Bohrschen Atommodell die Grundlage der gesamten modernen Physik bildete. Die Quantentheorie beschreibt das oftmals seltsame Verhalten von Quanten. Ein Elektron, das sich um einen Atomkern bewegt, besitzt nicht beliebige Energien und muss daher springen, um von einem Energiezustand zu einem anderen zu gelangen.  Das Verhalten eines Teilchens lässt sich nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit vorhersagen. Der Zustand eines Elektrons ist ohne eine Messung des
Beobachters unbekannt und nicht einmal definiert. So stellt sich die zentrale Frage: Was macht ein Elektron, wenn ihm keiner zusieht? Auf diese Frage gibt es keine Antwort. Mit der Entdeckung des Zufalls in der Quantentheorie wurde das physikalische Weltbild, das seit Newton und Leibnitz auf der Kontinuität aller Vorgänge beruhte, Anfang des 20. Jahrhunderts revolutioniert. Ohne die Ergebnisse und Anwendungen der Quantentheorie könnten wir heute nicht erklären, wie ein Laser funktioniert und warum Metalle den Strom besser leiten als die meisten Kunststoffe. Es gäbe keine Kernenergie, weder Kernspinntomographie noch Mikrochip. Heute beschäftigt sich die Forschung mit der Entwicklung von Quantencomputern und der Quantenverschlüsselung von Nachrichten.

Seine philosophischen Ansichten:

Der Nobelpreisträger Max Planck war ein tief religiöser Mensch und davon
überzeugt, dass sowohl die Wissenschaft als auch die Religion für das Leben der Menschen notwendig sind. In seinem Vortrag „Religion und Naturwissenschaft“ im Mai 1937 legt er seine Gedanken dar: „Die Naturwissenschaft braucht der Mensch zum Erkennen, die Religion aber braucht er zum Handeln.“
Mit Hilfe von wissenschaftlichen Methoden – wie z.B. Messungen und der
Formulierung von Begriffen – gelangt der Mensch zu wissenschaftlichen
Erkenntnissen. Die Wissenschaft bietet jedoch keine Antwort auf die wichtigste Frage im Leben des Menschen: „Wie soll ich handeln?“.
Ethische Werte, die für ein Zusammenleben in einer Gesellschaft notwendig sind, vermittelt die Religion dem Menschen. Der Glaube an Gott dient der Erhaltung der Menschheit und gibt jedem einzelnen Menschen innere seelische Ausgeglichenheit, Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft. Max Planck meint, dass der Gläubige klare Weisungen aus der unmittelbaren Verbindung mit Gott gewinnt, dadurch im praktischen Leben richtige Entschlüsse fasst und den Anforderungen des Lebens
stets sicher gewachsen ist. Die Antwort auf die Frage nach der Existenz einer höchsten über die Welt regierenden Macht bzw. die nach der Existenz Gottes ist in der Wissenschaft und Religion miteinander vergleichbar:
So wie ein religiöser Mensch die objektive Existenz Gottes mit keiner Logik
beweisen kann, so erkennt auch der wahre Wissenschaftler, dass er das Objekt seiner Forschungen nie vollständig verstehen werde. Beide sind sich einig, dass eine von den Menschen unabhängige vernünftige Weltordnung besteht. Für den Naturwissenschaftler ist das Wesen dieser Weltordnung niemals direkt erkennbar, es kann nur geahnt werden. Für den religiösen Menschen dagegen ist Gott unmittelbar gegeben.
Der Unterschied liegt also darin: „Für den religiösen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler hingegen am Ende alles Denkens.“ Für den einen bedeutet Gott das Fundament, für den anderen die Krone des Aufbaues jeglicher weltanschaulicher Betrachtungen.

Quellen:

  • Heilbron, John L.: Max Planck. Ein Leben für die Wissenschaft 1858–1947, Stuttgart 1988.
  • Kretschmar, Hermann: Max Planck als Philosoph, München 1967.
  • Lankenau, Ehrfried: Max Planck und die Philosophie, Bonn 1957.
  • Planck, Max: Religion und Naturwissenschaft, Leipzig 1938.
  • Wege zur physikalischen Erkenntnis, 3. Auflage Leipzig 1944.
  • Physikalische Abhandlungen und Vorträge, Braunschweig 1958.
  • Vogel, Heinrich: Zum philosophischen Wirkens Max Plancks, Berlin, 1961.

Internetquellen:

https://www.dhm.de/lemo/biografie/max-planck
http://kworkquark.desy.de/lexikon/lexikon.quantentheorie/1/index.html
www.weltderphysik.de

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