Der expedition d-Truck zeigt Realschülern an der Max-Planck-Realschule in Bretten Virtual Reality und digitale Berufe An interaktiven Stationen sammeln die Schüler der Max-Planck-Realschule Bretten praktische Erfahrungen mit verschiedenen Technologien.
Von Lea Bohmüller
Bretten. Begeistert tauchen die Schüler der 7. bis 9. Klasse der Max-Planck-Realschule in Bretten im expedition d-Truck mit einer Virtual-Reality-Brille in unser Sonnensystem ein und erzeugen mithilfe selbst erstellter Programme bunte Lichtershows im Truck. In der vorletzten Schulwoche vor der großen Sommerpause macht der expedition d-Truck an der Brettener Realschule Halt und bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, neue digitale Technologien hautnah zu erleben und sich über Berufe sowie Ausbildungswege in der digitalen Welt zu informieren.
Vor zwei Jahren war bereits der Discover Industry-Truck an der Schule zu Gast, erzählt Lehrer Philipp Schönherr. Dieser lud die Schüler zu einer Entdeckungsreise durch den industriellen Produktionsprozess ein. Mit dem Schwesterntruck expedition d des Programms Coaching4Future rückt nun die Digitalisierung und ihr Einfluss auf die Arbeitswelt in den Mittelpunkt.
„Berufe verändern sich stark“, betont Schönherr. Der Truck biete eine gute Gelegenheit für die Schüler, neue digitale Technologien nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern sie auch auszuprobieren und so einen praxisnahen Einblick in die digitale Arbeitswelt zu gewinnen.
Die Coaches Benjamin Wiest und Michael Nagel geben den Schülern zunächst einen Einblick, wie die Digitalisierung nahezu alle Lebensbereiche durchdringt und unseren Alltag verändert. Dabei zeigen sie auch anhand des Schulalltags, dass die Jugendlichen unter anderem organisatorische Informationen wie den Vertretungsplan inzwischen ganz selbstverständlich über Apps erhalten.
Anschließend gehen die beiden Coaches auf Berufswünsche der Schüler ein und zeigen auf, wie sich diese Berufsfelder durch neue Technologien bereits verändert haben. Drohnen bei der Polizeiarbeit und digitale Messgeräte im Handwerk sind nur einige Beispiele dafür, wie die Digitalisierung den Arbeitsalltag verändert und neue nforderungen an die Beschäftigten stellt.
Im Anschluss können die Schüler an verschiedenen Stationen selbst aktiv werden. So können sie mithilfe verschiedener Sensoren versuchen, ein Auto auf einem Monitor in unterschiedlich große Parklücken zu manövrieren. Wiest erklärt, dass Sensoren heutzutage in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz kommen, vom Hitzesensor im Backofen bis zu Bewegungssensoren in Alarmanlagen.
„Die Schüler können sich so spielerisch mit diesen Technologien vertraut machen“, unterstreicht Wiest. An einer weiteren Station werden die Schüler auf kreative Weise an das Thema Machine Learning, die Grundlage der Künstlichen Intelligenz, herangeführt. Ihre Aufgabe besteht darin, den Truck für einen Einsatz im Weltraum vorzubereiten.Dafür sollen sie den Bordcomputer so programmieren, dass er verschiedene Objekte zuverlässig erkennt und Astronauten von gefährlichen Asteroiden unterscheiden kann.
Die Siebtklässlerin Mia Payer hat besonders viel Spaß daran, aus verschiedenen Code-Puzzleteilen ein eigenes Programm zu erstellen, mit dem sie die Lichter im Truck steuern und in den unterschiedlichsten Farben aufleuchten lassen kann. Währenddessen ist ihre Mitschülerin Rana Basci konzentriert damit beschäftigt, mithilfe einer Konsole in der virtuellen Welt einer VR-Brille ein Fahrrad zu montieren. „Ich hatte die Brille gerade auf und habe einen eigenen Roboter zusammengebaut‘, erzählt ihre Freundin Esma Sanverdi stolz.
Am Dienstag und Mittwoch stehen verschiedene Workshops auf dem Programm, in denen die Schüler einzelne Themen weiter vertiefen können. Im Programmierworkshop können sie kreative Tierbilder von gefährlichen Drachen bis hin zu Einhörnern mit prächtiger Regenbogenmähne erstellen. Diese können sie anschließend mit einem Aufweck-Button zum Leben erwecken. Ein anderer Workshop ist der „Digitale Escape Room‘, bei dem die Schüler gemeinsam eine Künstliche Intelligenz stoppen müssen, die das System des Trucks gehackt hat.
Alle Aufgaben und Workshops seien für unterschiedliche Schularten und Klassenstufen anpassbar. „Die Aufgaben für Siebtklassler sind deutlich einfacher als für eine 10. Klasse“, erklärt Wiest. Schließlich sollen die Schüler nicht abgeschreckt, sondern für die neuen Technologien begeistert und zu einem kritischen Umgang mit diesen angeregt werden.